Lesetipp

Von Liebe und Vertrauen im profansten Alltag

Zsolnay

Eine Bauernfamilie droht zu zerfallen – an der Ausweglosigkeit des Landlebens, aber auch an der Sprachlosigkeit ihrer Mitglieder. Mit "Vom Land" gelingt dem jungen Österreicher Dominik Barta ein tolles Debüt!

Es geht um den drohenden Zerfall einer alteingesessenen oberösterreichischen Bauernfamilie, um Sprachlosigkeit zwischen engen Verwandten und um die Frage, was zu all dem geführt hat: Dominik Barta gelingt mit "Vom Land" ein höchst bemerkenswerter Erstlingsroman. Der 1982 in Oberösterreich geborene Autor beschreibt, wie die Bäuerin Theresa sich plötzlich krank fühlt. Sie verliert die Worte, sie schweigt.

Um zu helfen, reisen die erwachsenen Kinder zurück aufs Land – und es wird deutlich, wie schwer es ihnen fällt, wieder mit ihren Eltern zu reden. Zu unterschiedlich sind sie geworden. Der Alltag der Familie gerät dadurch ins Wanken, die Probleme, die auf allen Dörfern lasten – die ungewisse Zukunft der Landwirtschaft, der Abzug der jungen Leute, der Zuzug Fremder – kommen bei Barta zu Wort.

Präzise und mit einer unglaublich viel Einfühlungsvermögen versetzt sich Barta in die Menschen und in ihre Umstände hinein. Für sie alle geht es darum, zurück zu einer gemeinsamen Sprache zu finden, um sich nicht gegenseitig zu verlieren. Zuneigung, Vertrauen und Liebe können dabei helfen.

Für Barta kommt es auch darauf an zu zeigen, dass genau dies uns gelingen kann – dass wir es schaffen können, Konflikte zu überbrücken und zu lösen.

Hier geht es zu einer Leseprobe:
https://files.hanser.de/Files/Article/ARTK_LPR_9783552059870_0001.pdf

Dominik Barta: Vom Land. Erschienen im Paul Zsolnay Verlag. 176 Seiten, Preis: 18 Euro. ISBN-13: 978-3552059870. Erhältlich oder bestellbar in Buchhandlungen.



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