Lesetipp

50 neue Weltwunder von Samenbank bis Solarkraftwerk

Kosmos

Vom Kennedy Space Center bis zum Taj Mahal, vom Weißen Haus bis zur Berliner Mauer: Der großformatige Atlas stellt 50 spannende Bauwerke, Orte und Erlebnisräume aus drei Jahrtausenden vor.

Gestaltet ist der "Atlas der Weltwunder" sehr einfallsreich und kurzweilig. Autor Michal Gaszynski widmet allen Sehenswürdigkeiten jeweils eine bis sechs Seiten, auf denen er das jeweilige "Weltwunder" in großen 3-D-Grafiken, mit Piktogrammen und vielen kleinen Informationen vorstellt.

Spaß macht nicht allein das Betrachten der Zeichnungen; in den Info-Boxen erfahren die Leser zudem vieles, was sie über die entsprechende Sehenwürdigkeit vorher nicht gewusst haben. Das reicht von der bis 1941 geltenden Rassentrennung im Pentagon – also dem US-Außenministerium – bis zur Tatsache, dass in der "Samenbank für den Weltuntergang" auf dem norwegischen Spitzbergen genau 967.216 Samenproben gelagert sind. Zu den neuesten Wundern gehört das erst 2019 in Marokko eröffnete Solarkraftwerk Ouarzazate, das sich über eine Größe von 3500 Fußballfeldern erstreckt.

Zugegeben: Die Auswahl der 50 "Weltwunder" ist sehr subjektiv und stark USA-lastig – was wiederum kein Wunder ist, da das Buch in seiner Originalausgabe im amerikanischen Verlag "Harper Collins" erschienen ist. Und uns Deutschen mag es schon als etwas seltsam erscheinen, dass der Autor ausgerechnet die brutale Berliner Mauer zu den Weltwundern rechnet, sonst aber nichts Würdiges in Deutschland findet.

Aber darum geht es bei diesem Atlas nicht. Denn am Ende kommt es weniger auf die Auswahl der Sehenswürdigkeiten an als auf ihre prachtvolle Präsentation – ganz sicher ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Aufnahme in das Buch. Und in das vertieft man sich immer wieder gern. So macht Wissensvermittlung Spaß.

Michal Gaszynski: Atlas der Weltwunder. Erschienen im Kosmos-Verlag. 144 Seiten mit 58 Farbzeichnungen, Preis: 30 Euro.


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