Lesetipp

Mörderjagd auf gemütlich-britische Art

Goldmann

Leonie Swann ließ bereits Schafe, Papageien und anderes Viehzeug ermitteln. In ihrem neuen Roman stehen streitlustige Senioren im Mittelpunkt – doch wunderbar gemütlich-schräg ist auch "Mord in Sunset Hall" wieder.

Bereits in ihren ersten Bestsellern "Glennkill" und "Garou" machte Leonie Swann Schafe zur Kommissaren. In ihrem neuen Buch "Mord in Sunset Hall" geht es zwar auch wieder ein wenig tierisch zu: mit der ein wenig schrägen Schildkröte "Hettie" und dem Hund "Brexit". Im Mittelpunkt stehen diesmal jedoch Menschen, genauer gesagt: die Bewohner einer Senioren-WG rund um die umtriebige, aber hüftleidende Agnes Sharp.

Und so gemächlich und gemütlich, wie es dabei auch zugehen mag: Trotz Cremehütchen, Five-o-clock-Teatime und Gartenarbeit dreht es sich um einige unschöne Morde, denen die streitlustigen Ü-70 auf die Spur kommen wollen.

Die aus Dachau bei München stammende Swann würzt diese doch recht skurrile Jagd mit einer Menge trockenem, schwarzen Humor – typisch britisch eben – und beschreibt die einzelnen Charaktere sehr detailliert und mit viel Herz. Die doch recht starken Gebrechen der alten Damen und Herren spielen dabei natürlich eine Rolle, doch deren Beschreibung wirkt an keiner Stelle komisch.

Schräg, schön und – trotz allen Blutes, das fließt – natürlich gemütlich!

Leonie Swann: Mord in Sunset Hall. Erschienen im Goldmann-Verlag, 448 Seiten, Preis: 20 Euro.

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