Lesetipp

Liebeserklärung an das alte Syrien

Hanser

In seinem neuen Buch "Die geheime Mission des Kardinals" schildet Rafik Schami Menschen, Religionen und Leben im Vorkriegs-Syrien. Eingepackt hat er dies in eine Kommissargeschichte.

Rafik Schami, 1946 in Damaskus geboren, lebt seit 48 Jahren in Deutschland. Für seine zahlreichen Werke wurde er bereits mit renommierten Preisen ausgezeichnet, zu Beststellern wurden Titel wie "Die dunkle Seite der Liebe" von 2004 oder "Das Geheimnis des Kalligraphen" (2008).

Mit seinem neuen Buch "Die geheime Mission des Kardinals" verbindet er einen Kriminalroman mit einer ausführlichen Charaterisierung des alten Syriens aus der Vorkriegszeit und den dort lebenden Menschen. Der Fall, den Schami beschreibt, spielt zu einer Zeit, als Korruption und Diktatur blühten und ein brutaler Geheimdienst über das Leben der Menschen wachte. In diesem Umfeld ermittelt Kommissar Barudi: Er will den Mord an einem italienischen Kardinal aufklären.

Die Kriminalgeschichte ist nicht unbedingt sehr spannend, sie bildet aber auch nicht das wirkliche Herzstück des Buches – denn das ist Syrien. Schami geht auf die bunte Mixtur aus Christen, Alawiten, gemäßigten Moslems und radikalen Islamisten ein, auf die Assad-Diktatur und absurde arabische Machthaber, und er erzählt schwärmerisch vor allem vom kulinarischen Reichtum des Landes, aber auch von der dort herrschenden Doppelmoral.

Wer das orientalisch-märchenhafte Syrien von vor 2011 kennenlernen will, der sollte Schamis Buch unbedingt lesen!

Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals. Erschienen bei Hanser, 432 Seiten, Preis: 26 Euro.

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