Lesetipp

14 Monate in "Eskimoland"

Bericht aus einer untergegangenen Epoche: Der Forscher Niko Tinbergen schildert seinen Aufenthalt in den 1930er-Jahren in Grönland. Er teilte 14 Monate lang das Leben der Ureinwohner der Arktis.

Neben Konrad Lorenz (u.a. "Das Jahr der Graugans" und "Der Abbau des Menschlichen") gilt Niko Tinbergen als Vater der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Der 1988 verstorbene Nobelpreisträger aus Den Haag hielt sich Anfang der 1930er-Jahre 14 Monate lang in der Arktis auf. So wie der Österreicher Lorenz das Verhalten der Graugänse studierte, sollte er sich im ewigen Eis den arktischen Vögeln widmen – den Schneeammern und Odinshühnchen.

Doch weitaus spannender als seine zoologischen Forschungsarbeiten sind für uns heutige Menschen seine Bericht über das Leben gemeinsam mit den Eskimos, den Ureinwohnern der Arktis. Erst 2017 wurden Tinbergens Niederschriften wiederentdeckt, und sie lesen sich so aufregend und faszinierend, dass man das jetzt erschienene Buch "Eskimoland" kaum zur Seite legen mag.

Der Forscher schreibt über ein von der Modere noch weitgehend unberührtes Leben, vom Schamanen, von der Jagd auf Lachse, Robben und Haie, von der aus Robbenfell bestehenden Kleidung und den einzig vorhandenen Verkehrsmitteln Hundeschlitten und Kajak. Ein Bericht aus einer längst untergegangenen Welt!

Niko Tinbergen: Eskimoland. Ein Bericht aus der Arktis (erschienen bei C. H. Beck, 240 Seiten, Preis 22 Euro).



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