Terror, Destination

Im Schatten des Terrors

Ein Blick auf mein Handy in der Nacht von Freitag auf Samstag ließ mich erschaudern. Allein die Tatsache der Anschläge in Paris ist Grund genug für großes Unbehagen. Dass ich mich mit meiner Familie jedoch nur rund 50 Kilometer von Paris befand, kam noch hinzu.

von Cathrin Lührs, 16.11.2015, 14:10 Uhr

Doch auch trotz der Entfernung zur französischen Hauptstadt wurde auch mein Kurzurlaub beeinträchtigt: das Disneyland Paris öffnete weder am Samstag noch am Sonntag seine Tore, bleibt sogar bis einschließlich 17. November geschlossen. Ein Umstand, den es seit Bestehen 1999 wohl nur einmal gegeben hat, und zwar wegen eines Sturms. Die Franzosen waren bemüht, das öffentliche Leben, zumindest außerhalb von Paris, aufrecht zu erhalten. Einkaufscenter öffneten, das Straßenbild davor aber war ungewöhnlich: Zahllose Security-Einheiten und Soldaten wurden über Nacht mobilisiert, kontrollierten Eingänge und Taschen. Einerseits ein beruhigendes Gefühl, andererseits rückten die Anschläge permanent wieder ins Bewusstsein. Wenngleich viele Besucher draußen unterwegs waren und sich nicht einschüchtern ließen, so blieben auch zahlreiche Geschäfte geschlossen. Die Solidarität der Franzosen war überall spürbar.

Ein bitterer Beigeschmack von Unsicherheit blieb trotzdem das ganze Wochenende über bestehen – und wird für alle, die sich in Frankreich, vielleicht sogar in Europa, befinden, wohl auch bleiben. Am Sonntag gab es die offizielle Empfehlung, im Hotel zu bleiben – und zwar auch außerhalb von Paris. Entmutigen ließen sich die Touristen dennoch nicht. Vielleicht trug auch die enorme Präsenz von Sicherheitskräften und Soldaten samt Maschinengewehren und Hunden dazu bei.

Diese trifft man auch am Airport, jedoch nicht erst seit dem Wochenende. In Frankreich gilt schon sehr lange die Terrorwarnstufe „rot“. Der von Präsident Hollande ausgerufene Ausnahmezustand hat sich aus meiner Sicht am Flughafen nicht bemerkbar gemacht. Auf der Website wird zwar auf strengere Kontrollen hingewiesen, lange Schlangen an der Sicherheitskontrolle sind mir am Sonntag jedoch nicht begegnet. Die in Europa um sich greifende Unsicherheit und Anspannung reicht aber mindestens bis nach Hamburg: selbst hier werden die Passagiere ankommender europäischer Flüge, vor allem aus Frankreich, kontrolliert. An strengere Grenzkontrollen werden wir uns wohl gewöhnen müssen.

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