Online Marketing

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Der gläserne Kunde

Facebook weiß alles. Doch das ist nicht erschreckend, sondern hilfreich, meinen zumindest Marketing-Experten wie Benjamin Schroeter. Wie die Touristik dieses Wissen nutzen kann.

von Julia Krause, 10.02.2015, 14:30 Uhr
Benjamin Schroeter und Karolina Svensson trugen von der Bühne vor.
Foto: Lenthe/touristik-foto.de

Zehn Facebook-Likes sagen mehr über jemanden, als dessen Kollegen sagen können. Und mit 150 Likes lässt sich schon mehr Wissen generieren, als die eigenen Eltern über einen haben. Die Daten stammen aus einer Studie der Stanford University, sagt Dieter Josten, Geschäftsführer von Knowledge Yard auf dem Online Marketing Day in Frankfurt. Erschreckend? Nicht für Marketing-Experten. Denn für sie ist Facebook der optimale Weg, ihre Werbung zielgruppengerecht auszuspielen.

Denn mit dem, was man online über sich preisgibt, lassen sich Kunden-Cluster erstellen, die Firmen eine individualisierte Ansprache ermöglichen. Einfach gesagt: Wer nur Frauen über 35 Jahre, die in Hamburg wohnen und gern auf Sylt Urlaub machen, ansprechen will, kann das, sagt Benjamin Schroeter, Geschäftsführer von Facelift Brand Building Technologies. Die Vorteile lägen auf der Hand: Wer richtig clustert, erhöht die Chance, dass Kunden sofort das finden, was sie brauchen. Lange Internet-Suchen, bei denen mit jedem Klick die Gefahr steigt, dass der Kunde entnervt aufgibt, werden verringert. Schließlich steigt so also die Kauflust der Nutzer und damit der Umsatz des Unternehmens.

Für die Touristik ist Facebook aber auch schon ohne Clusterung ein Katalysator. Denn die meisten Nutzer teilen überaus gern ihre Urlaubserfahrungen online. Nach jetzigem Stand haben bereits 42 Prozent aller Facebook-Einträge einen Bezug zu Reisen, sagt Karolina Svensson, Acount Director Facelift Brand Building Technologies. Und solche Posts färben ab: User werden nicht nur durch die Einträge anderer inspiriert, etwa gleiches Reiseziel oder gleiche Reiseart einmal selbst auszuprobieren. Sie fühlen sich auch in ihrer Wahl sicherer, wenn andere den gleichen Urlaub schon empfohlen haben.

Bedient man sich dazu noch einer Technologie, die über Algorithmen einer bestimmten Zielgruppe die richtige Werbung zum bestmöglichen Zeitpunkt vorschlägt, kann man darüber den Abverkauf von Reiseprodukten steigern, so Schroeter. Und das auch noch sehr kurzfristig. „Fast nirgendwo anders finde ich so schnell eine relevante Zielgruppe wie bei Facebook“, erläutert er. Für die Touristik könnte dies zum Beispiel die Ankurbelung des Last-Minute-Geschäfts bedeuten. Eine gewisses Budget sowie Innovationsfreude vorausgesetzt. Bedenken, dass Kunden davon genervt und Datenschützer alarmiert sein könnten, hat Schroeter nicht. „Targeting irritiert die breite Masse überhaupt nicht. Und Unternehmen interessiert nie die Privatperson, sondern immer nur das Cluster“, sagt er.

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