Datenskandal

Experte rät zu „gesundem Misstrauen“ gegenüber Facebook

In der lebhaften Debatte um die Folgen des Datenskandals bei Facebook und seinen Geschäftspartnern kommen aus der Reisebranche nüchterne Einschätzungen. DRV-Experte Oliver Wulf rät zu „gesundem Misstrauen“.

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von Michael Krane, 03.04.2018, 07:42 Uhr
Der stellvertetende Vorsitzende des DRV-Ausschusses Digitalisierung, Oliver Wulf, meint, dass Skepsis und Misstrauen helfen.
Foto: DRV/Tom Jasny

Daten von 50 Mio. Nutzern, die in falsche Hände gerieten und womöglich im Kampf um Wählerstimmen in den USA und Großbritannien eingesetzt wurden, 100 Mrd. US-Dollar, die Facebook an Börsenwert verloren hat, und eine verunsicherte Facebook-Gemeinde. Kein Datenmissbrauch hat so weite Kreise gezogen und so lang anhaltende Diskussionen ausgelöst wie der Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch das Analytik-Unternehmen Cambridge Analytica. Firmen ziehen Konsequenzen und löschen ihre Accounts – von Oetker bis Playboy. Die Alternative lautet Drinbleiben und wachsam bleiben. Aber reicht das?

Social-Media-Experten aus der Reisebranche raten zu nüchterner Herangehensweise. Oliver Wulf, stellvertretender Vorsitzender des DRV-Ausschusses Digitalisierung erinnert daran, dass für alle Anbieter von Digital-Content der Grundsatz gelten sollte: Der Schutz von Daten der Nutzer hat grundsätzlich oberste Priorität. Nutzer müssten auf Schutzmaßnahmen vertrauen können. Es sei jetzt die Politik gefordert, denn „die sozialen Netzwerke haben tiefgreifenden Einfluss auf die Gesellschaft und eine manipulative Verwendung von Daten muss verhindert werden“. Deshalb seien Aufklärung und Regulierung „absolut erforderlich“.

Daneben stehe jeder Einzelne in der Pflicht, verantwortungsvoll mit seinen eigenen Daten umzugehen. „Gesunde Skepsis und Misstrauen helfen hier genauso wie in den meisten Lebenslagen außerhalb der digitalen Welt“, meint Wulf.

Michael Faber von der Consulting-Firma Tourismuszukunft, der als Coach für Social-Media-Anwendungen Reisebüros berät, glaubt nicht daran, dass Facebook viele Nutzer verlieren werde, solange der Mehrwert das Datenrisiko überwiegt. „Der User, der den Mehrwert der Plattformen für sich nutzt, bleibt auch weiterhin dort.“ Das gelte auch für Unternehmen, für die es neben dem Datenschutz in Zukunft darauf ankommen werde, ihre Strategie zu überdenken, um die Plattform sinnvoll zu nutzen.

 
 
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