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Ein Verlust für Unister

Das Ausscheiden von Boris Raoul ist ein Rückschlag für Unister in schwierigen Zeiten. Der Travel-Chef stand für einen Kurswechsel.

von Klaus Hildebrandt, 10.02.2016, 12:14 Uhr
Klaus Hildebrandt ist Chefredakteuer der fvw
Foto: fvw

Es war ein geschickter Schachzug von Unister-Chef Thomas Wagner, als er vor knapp zwei Jahren den ehemaligen FTI-Geschäftsführer Boris Raoul als Chef der Reisesparte mit so bekannten Portalen wie Ab-in-den-Urlaub und Fluege.de gewinnen konnte. Wagner wollte nach all den Schwierigkeiten und angesichts der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus einem inhaber-geführten ein management-geführtes Unternehmen machen und so auch die Investorensuche vorantreiben.

Raoul genießt in der Branche einen guten Ruf – das zahlte sich aus. Die Großveranstalter TUI, Thomas Cook und Alltours kehrten in das Sortiment der Portale zurück, die Leipziger unterschrieben den Verhaltenskodex für das Online-Marketing von VIR sowie DRV und wurden sogar Mitglied im Reiseverband. Sogar im VIR, mit dem es eine Dauerfehde gab, sind sie über die Tochter Travelchannel nun vertreten.

Dass Raoul nun ausscheidet und nur noch beratend für Unister tätig ist, trifft das einstige Start-up zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Buchungslage für den Sommer ist flau, darunter leiden auch die Leipziger und ihr Veranstalter Urlaubstours. Von einem management-geführten Unternehmen ist Unister weiter entfernt denn je. Wagner firmiert – nach dem Abgang diverser Holding-Geschäftsführer wie Peter Zimmermann und Andreas Prokop – wieder als Chef vom Ganzen und auch als Chef der wichtigsten Sparte Unister Travel.

Die Investorensuche, die Raoul beflügeln sollte, kommt nicht voran. Zuletzt wurde ein in Düsseldorf börsennotierter Firmenmantel namens Capital One gekauft – als Vehikel für einen Börsengang? Doch eine Firma ist nur so gut wie ihre Geschäftsmodelle und führenden Köpfe. Und da fehlt nun ein entscheidender. Raoul hat Unister ein gutes Stück aus der Schmuddelecke herausgeführt. Wagner muss jetzt beweisen, dass dieser Weg ohne den langjährigen FTI-Mann fortgesetzt wird.

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