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Die Türkei muss kommunizieren

Der Anschlag von Istanbul erschüttert nicht nur die Öffentlichkeit, sondern trifft die türkische Tourismusbranche ins Mark. Doch von Krisen-Management war schon zuvor wenig zu sehen.

von Klaus Hildebrandt, 13.01.2016, 13:53 Uhr
Klaus Hildebrandt ist Chefredakteur der fvw
Foto: fvw

Nach dem Anschlag in Ankara, den neu entflammten bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit der PKK im Südosten und der Stationierung deutscher Aufklärungsflugzeuge in der Türkei liefen die deutschen Buchungen in der zweiten Hälfte 2015 schon deutlich verhaltener. Gerade hatte das Geschäft angezogen, kamen wieder vermehrt Familienbuchungen. Jetzt verwundert es nicht, dass bei einer Umfrage auf fvw.de 80 Prozent der Teilnehmer erwarten, dass die deutschen Kunden nun vorsichtiger agieren werden.

Die Hoteliers und die gesamte türkische Branche leiden bereits darunter, dass nicht absehbar ist, wann Russland den Reisestopp wieder aufhebt. Die – im Vorjahr wegen der Russland-Krise bereits gesenkten – Hotelpreise bröckeln weiter. Doch allein über den Preis wird das Land nicht zurückkommen. Schon auf der Tagung des Hotelverbands Aktob im November meinte bei einer Umfrage die klare Mehrheit der türkischen Touristiker, dass das Land aus ihrer Sicht ein Image-Problem hat.

In einer Krise rächt sich besonders, wenn ein Land nicht kommuniziert. Natürlich lassen sich Attentate in einer Großstadt wie Istanbul nur schwer verhindern. Aber man würde schon gern wissen, wie die Regierung die Sicherheit der Urlauber in den Badeorten an der Küste gewährleisten will, wie sie bei den verunsicherten Reisebüros in Deutschland Vertrauen für Türkei-Buchungen schaffen will und wie sie verhindern will, dass ihre Tourismusbranche wirtschaftlich abstürzt.

Die Insolvenz der Firmengruppe von Türkei-Pionier Vural Öger, maßgeblich durch sein Hotelgeschäft ausgelöst, könnte bei türkischen Hoteliers, gerade jenen mit starken Russland-Geschäft, nicht die letzte in dieser Saison gewesen sein. Der neue Tourismusminister Mahir Ünal, der offener auf die Branche zugeht als sein drei Jahre lang total abgetauchter Vorgänger, ist nun gefordert, zusammen mit den Touristikern aus der Türkei und den Quellmärkten Wege aus der Krise zu finden, die über bloßes Beschwichtigen hinausgehen.

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