fvw Counter Trophy
 

Als Tanja Weihrauch...

...und Patricia Schulte später im Auto sitzen, grübelt das Tapaschuwei-Team weiter über die Fragen nach: „Oje, wir haben so viel falsch.“ Tanja stellt das Radio an und lacht schon wieder. Längst fühlt sie sich im dicken Mietwagen pudelwohl: „Ich liebe die Highways“, schwärmt sie und biegt ab. Nächster Halt ist die Missionsstation Sainte-Marie among the Hurons bei Midland. Eine Siedlung, die 1639 von französischen Jesuiten gegründet wurde. Hier lebten zehn Jahre lang die Geistlichen mit bekehrten Wendat-Indianern. Vor rund 60 Jahren wurde alles originalgetreu nachgebaut. So schaut man heute durch kleine Fenster in düstere Stuben mit harten Holzbetten, im Langhaus der Wendat werden indianische Geschichten erzählt – über Traumfänger, Frauen, die im Alltag das Sagen hatten, und heiligen Tabak. Man spürt, dass die Indianer im Einklang mit der Natur lebten.

Mit dem Mietwagen gings durchs Abenteuerland
Mit dem Mietwagen gings durchs Abenteuerland Mit dem Mietwagen gings durchs Abenteuerland
 
 
In einer wunderschönen Natur, findet Tanja Weihrauch, die wieder auf den Highway steuert. Immer öfter tauchen jetzt im dunklen Grün der Wälder leuchtende Herbstfarben auf: Gelb, Hellrot, Orange und Dunkelrot. Ein erster Hauch vom Indian Summer. Angekommen im Deerhurst Resort, genießen alle den Ausblick auf kleine Seen und Wälder, die sich die sanft ansteigenden Hügel emporschieben.

Mittendrin liegt der Golfplatz, die zweite Etappe des Counter-Trophy-Finales: Golfen mit Schikane. Einem Teammitglied werden die Augen verbunden, das andere muss dirigieren. Bei Hedda Bierbrauer vom Team Indian Summer hört sich das so an: „Jetzt geh’ mal einen Schritt nach vorn.“ Kollegin Irene Zeilhofer-Ficker tapst blind nach vorn. Hedda: „Nein, zu weit! Und nach rechts drehen, ja, stopp! Jetzt sind es 20 Zentimeter bis zum Loch, und du kannst ihn langsam reinschieben.“ Irene holt aus, der Ball rollt – und kullert zielstrebig am Loch vorbei. Andere kriechen auf dem Rasen herum, messen so Abstände oder pusten den Ball die letzten Zentimeter ins Loch.

Pure Natur erleben die Teams im angrenzenden Algonquin Park: ein Gebiet aus endlosen Seen und Wäldern – so groß wie die Niederlande. Am Oxtongue Lake klettern die Teams mit Paddel und Schwimmweste in die Kanus von Algonquin Outfitters. Sie gleiten über das ruhige Wasser. Es ist still, nur das Eintauchen der Paddel und das Lachen der Teams sind zu hören. Zwischen Schilf und Seerosenblättern paddeln alle bis zu einem Wasserfall. „Das ist Kanada!“, schwärmt Andreas Jänisch vom Team Mountaineers und blinzelt in die Herbstsonne. Er könne sich gut vorstellen, in Kanada zu leben. Hinter ihm rauscht ein Wasserfall in die Tiefe. Andreas tankt Energie für das Rallye-Finale. Denn nach einem kleinen Wettpuzzlespiel am Seeufer geht es morgen in Toronto auf zur alles entscheidenden Etappe der Endrunde.

Die Teams hasten durch Toronto
Die Teams hasten durch Toronto Die Teams hasten durch Toronto
 
 
In der Fünf-Millionen-Metropole ist es mit der Ruhe, den malerischen Wäldern und neugierigen Waschbären auf der Terrasse vorbei. Glastürme recken sich in den Himmel. Das alles ist Evelyn Enax und Nicole van Straaten vom Team The Maple Leafs ziemlich egal. Vier Stunden – bis 16 Uhr – haben sie Zeit für die große Rallye. Kreativität ist gefragt, die Teams müssen die Stationen persönlich abklappern und dafür Beweise wie Fotos oder Visitenkarten mitbringen.

40 Zettel mit Fragen liegen bei Nicole auf den Knien. „Wo fangen wir nur an?“ Sie sucht nach den Aufgaben mit den meisten Punkten, Evelyn will erst mal alle gefragten Orte in die Karte eintragen. Sie kringelt den Stadtplan voll, immer mehr erledigte Zettel segeln auf die Erde: Schlachtplan entwerfen nennen sie das. „Mir ist jetzt schon warm“, Evelyn streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Wo ist nur diese verdammte Yonge Street? Nicole plündert den Rucksack. „Der ist zu schwer.“ Lunchbox? Bleibt hier – nur der Schokoriegel kommt mit. Acht Kanada-Reiseführer? Sieben fliegen raus.

 

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