fvw-Dossier

Reiseweltmeister unter der Lupe

Wissen Sie was ein Spartenumsatz ist? Oder erdgebundene Reisen? Und warum Urlauber aus den Nachbarländern gerne als Deutsche gezählt werden? Das fvw Dossier "Deutsche Veranstalter" gibt Antworten auf Fragen, die nur Touristiker verstehen.

von Klaus Hildebrandt, 17.12.2015, 15:58 Uhr

Kennen Sie Freunde, die im geselligen Kreis angeben, sie hätten eine Pauschalreise gebucht? Lieber erzählt man doch vom Amazonas-Trip – natürlich selbst über das Internet organisiert – oder der total authentischen Rucksack-Tour zu entlegenen Bergvölkern Asiens. Aber irgendwo müssen die 45 Mio. Kunden, die deutsche Reiseveranstalter im Touristikjahr 2014/15 zählten, herkommen. Es liest ja auch niemand die Bild-Zeitung oder ißt bei McDonalds.

45 Mio. Urlauber – darunter natürlich viele, die mehrmals im Jahr auf Reisen gehen – und ein Gesamtumsatz von 27 Mrd. Euro sind echte Größen. Sicher ist es sinnvoller, wie die Marktforscher, von der Veranstalter- statt der Pauschalreise zu reden. Zwei Wochen All-inclusive auf Mallorca oder in der Türkei sind ein Riesenmarkt, doch das Angebot gerade auch der Spezialisten ist unglaublich breit. Viele Kunden, so meine ganz persönliche Erfahrung, wissen gar nicht, dass sie mit einem Veranstalter verreist sind. Man habe alles im Internet gebucht. Bei genauer Nachfrage stellt sich heraus, dass das dann zum Beispiel ein Angebot eines X-Veranstalters oder mehrere Komponenten vom Hotel bis zum Mietwagen eines Baustein-Anbieters waren.

Wie der Markt tickt, welchen Umsatz und wieviele Kunden welcher Veranstalter verzeichnet, wie zum Beispiel Reisen per Auto, Bahn und Bus ("erdgebunden") laufen und vieles mehr zeigt das fvw Dossier "Deutsche Veranstalter 2015", das gerade erschienen ist. Seit 1971 forscht die fvw den Zahlen nach. Auch diesmal waren neben der schriftlichen Umfrage viele Telefonate und Mails notwendig. Die börsennotierten Konzerne werden immer intransparenter, einige Unternehmen zählen Kunden aus Östereich, der Schweiz und den Niederlanden als deutsche Gäste, weil man das angeblich nicht unterscheiden könne und diese Kunden oft ab deutschen Airports flögen. Deshalb gibt es in dem 32-seitigen Standardwerk so viele Fußnoten und Erläuterungen. Es ist nun mal die einzige öffentlich zugängliche Quelle über einen großen Wirtschaftsfaktor und wird oft zitiert.

Ob es diese Übersicht auch in 40 Jahren noch gibt? Wie steht es dann um die organisierte Urlaubsreise – sind Veranstalter dann längst zu Hoteliers, virtuellen Reiseleitern oder Experience-Coaches mutiert? Egal, wir sind dabei und erstellen auch dann das fvw-Dossier, versprochen!

Kommentare

von Wolf Hanke, 18.12.15, 12:50
Lieber Herr Hildebrandt bin schon gespannt wie ich als 110jähriger fvw-Leser das von Ihnen versprochene Dossier in 40 Jahren lese ... Gruss und schöne Weihnachten für dieses Jahr!

von Martha, 28.12.15, 19:44
also ich bin noch sehr jung und damit stehen meine Chancen recht gut denk ich :-) :-)

von Erika, 15.03.16, 12:11
Das ist ja interessant. Ich wusste gar nicht, dass andere Länder zu den Deutschen gezählt werden. Das verfälscht ja die Statistik schon ein klein wenig.

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