fvw Dossier Deutscher Reisevertrieb 2017

Glimpflich davon gekommen

Die stationären Reisebüros haben ein hartes Jahr einigermaßen gemeistert. Bei den Onlinern schüttelte die Unister-Insolvenz den Markt kräftig durcheinander.

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von Ira Lanz, 09.06.2017, 12:26 Uhr

Nach sechs Jahren ist Schluss mit dem Plus. Der deutsche Reisevertrieb hat 2016 Federn lassen müssen. Der Gesamtumsatz im Reisevertrieb schrumpfte um 0,3 Prozent auf 24,6 Mrd. Euro (siehe Tabelle). Das ist eines der Ergebnisse vom fvw Dossier „Deutscher Reisevertrieb 2017“.

Die in dem Dossier betrachteten Ketten und Franchise-Systeme haben sich vergleichsweise gut behauptet. Sie erreichen in toto tatsächlich ein kleines Plus von 0,5 Prozent und haben sich mit einem Umsatz von 12,9 Mrd. Euro leicht besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Ein Grund für dieses Miniplus ist sicherlich die Geschäftsreise. Der Bereich profitierte von der brummenden Wirtschaft eines exportgetriebenen Deutschlands. So wuchs das über Business-Travel-Büros erzielte Umsatzvolumen um zwei Prozent auf 7,6 Mrd. Euro.

Hingegen schwächelte die Touristik. Sie schrumpfte um ein Prozent auf 13,5 Mrd. Euro. Der Rückgang wäre ohne das boomende Kreuzfahrt-Geschäft wahrscheinlich noch höher ausgefallen. Der Verkauf von Flugtickets wiederum legte um zwei Prozent auf acht Milliarden Euro zu. Treiber war in diesem Fall vor allem die Geschäftsreise.

Die Zahl der Agenturen ist hingegen stabil geblieben. Sie ist mit 9938 Reisebüros sogar leicht gestiegen. Der Anstieg wird dabei einzig durch die Touristikbüros erzielt, die im vergangenen Jahr dreistellig zulegten. Der größte Rückgang zeigt sich bei den Iata- und DB-Agenturen, deren Zahlen kontinuierlich fiel. Tatsächlich sind die Provisionen der Bahn im Touristikgeschäft nicht mehr profitabel, so dass viele Reisebüros ihre DB-Lizenz aufgeben.

 
 
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