fvw-Befragung

Wie sieht der Kunde von morgen aus?

Kundentypen sind out. Es lebe das reisefreudige Individuum und sein Alles-muss-möglich-sein-Urlaub. In der fvw-Jubiläumsausgabe „Reisen 5.0“ überlegen Reisemanager, wie sie das im Jahr 2030 anstellen können.

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von Michael Krane, 10.08.2017, 16:33 Uhr
Es lebe das reisefreudige Individuum!
Foto: Gettyimages

Zufriedene Kunden, die den Luxus einer Auslandsreise in stiller Demut und herzlicher Dankbarkeit genießen – damit ist die Reisebranche groß geworden. Der Urlauber der Zukunft kommt dagegen wie ein verzogenes Kind daher: Es weiß alles besser, quengelt im Dauermodus und spendet seine Aufmerksamkeit demjenigen mit den meisten Süßigkeiten.

Oder etwa nicht? Top-Manager der Branche haben sich Gedanken über ihre künftigen Kunden gemacht. So viel zeichnet sich ab: Bewahrheiten sich ihre Annahmen, entwickelt sich der Wettbewerb zu einem Kampf um Individuen. So haben sie geantwortet:

Sören Hartmann, CEO der DER Touristik

„Die Reisenden werden jede neue Möglichkeit nutzen, die einfach und schnell ist, vieles ermöglicht und Kosten senkt. Mobilität wird komplett anders sein als heute. Vielleicht werden Transfers mit Carsharing organisiert, oder in den touristischen Hotspots mit autonom fahrenden Shuttles. Reisen darf die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Das werden 2030 viel mehr Kunden bei ihrer Entscheidung im Kopf haben.“

Cornelius Meyer, Vorstand von Best-Reisen

„Überforderung ist hier das Stichwort. Angebotsmassen auf allen Kanälen, Werbeüberflutung, schier grenzenlose Buchungsmöglichkeiten machen den Kunden dankbar für jede Orientierung und persönliche Beratung.“

Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises

„Die Kunden werden noch reiseerfahrener sein, sie werden älter und mobiler sein. Die technische Entwicklung ermöglicht einen schnelleren Zugang zu jeder Zeit. Dies wird zukünftig noch komfortabler und individueller werden. Prozesse wie Check-in etc. werden sich vereinfachen. Aber: Urlaubsmotive wie Erholung, Entspannung, Kontrast zum Alltag hingegen werden sich nicht verändern.“

Pedro Turbany, Vorstand der AER-Kooperation

„Der Reisekunde wird aufgrund seiner zunehmenden Affinität zu IT und Technik immer mehr dazu neigen, seine Reisen selbst mithilfe maßgeschneiderter Tools zusammenzustellen und zu buchen. Das Reisebüro in seiner heutigen Funktion muss sich deshalb zukünftig neu definieren und sich als komplexer Service-Anbieter und Dienstleister für die gesamte Freizeitgestaltung von Menschen verstehen.“

Ralf Teckentrup, Präsident des BDF

„Die Wünsche des Reisenden werden in der Zukunft noch individueller sein als heute und die Digitalisierung wird weiter Einzug halten. Das Reisen an sich lässt sich nicht digitalisieren, aber sämtliche Berührungspunkte zwischen Airline und Reisendem werden durch digitale Prozesse noch sehr viel stärker unterstützt werden.“

Marek Andryszak, CEO TUI Deutschland

„Das wichtigste Gepäckstück für den Urlauber der Zukunft wird neben seiner Badehose das Smartphone sein. Er reist papierlos, checkt vorab online im Hotel ein, bucht seine Ausflüge von der Strandliege aus, macht seine Tischreservierung für das Abendessen mit einem Click klar und lässt Gott und die Welt digital und manchmal vielleicht sogar live an seinen Urlauberlebnissen teilhaben.“

Stefanie Berk, Deutschland-Chefin Thomas Cook

„Der Urlauber der Zukunft wird vor allem noch individueller reisen. Die Kunden nutzen einerseits digitale Kanäle, um sich zu informieren oder auch zu buchen. Andererseits legen sie jedoch auch verstärkt Wert auf gute Beratung, Zusatzleistungen und besonderen Service, um am Ende ein maßgeschneidertes Angebot für ihren ganz persönlichen Reisewunsch zu erhalten.“

Ralph Schiller, Group Managing Director FTI

„Sun & Beach wird weiterhin das am stärksten nachgefragte Urlaubsthema sein. Womöglich wird die Auswahl für Badeferien noch breiter werden, denn immer mehr Länder und Regionen erkennen die Chancen und Potenziale, die der Tourismus schafft, und investieren entsprechend in ihre Infrastruktur und ihre Angebote.“

Gerald Kassner, Chef von Schausinsland-Reisen

„Wir sehen den Kunden im Jahr 2030 als sehr gut informierten und nachhaltigkeitsorientierten Urlauber, der sich stark an den klassischen Werten Service, Verlässlichkeit und Qualität orientieren wird.“

Markus Zahn, Geschäftsführer Olimar

„2030 werden wir es verstärkt auch mit einer neuen Generation von Verbrauchern zu tun haben. Reisen an sich bleibt ein Grundverlangen der Menschen. Gegebenfalls haben wir alle wieder etwas mehr Muße. Badeferien wie auch flexible Kurzreisen werden kurzfristiger und smarter gebucht.“

 
 
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