Ferienhäuser

Deutscher Markt viel größer als gedacht

Lange war das tatsächliche Volumen des deutschen Ferienhaus-Markts nicht bekannt. Eine Studie des Deutschen Ferienhaus-Verbands und des Portals Fewo-Direkt ändert das nun. Die Zahlen sind beeindruckend.

von Cathrin Lührs, 10.06.2015, 11:23 Uhr
Ferienhäuser stehen bei deutschen Urlaubern hoch im Kurs.
Foto: Thinkstock

Erstmals wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die den deutschen Ferienhaus-Tourismus in allen Facetten beleuchtet. Bei der Vorstellung am heutigen Mittwoch in Berlin zeigte sich Tobias Wann, Präsident des Deutschen Ferienhaus-Verbands und Vice President Central Europe Homeaway/Fewo-Direkt, begeistert von den Ergebnissen. „Die größte Erkenntnis für mich ist, dass der Markt drei Mal so groß ist wie bisher angenommen“, so Wann.

Tatsächlich ist die Zahl beeindruckend: Im Gesamtmarkt, also dem privaten und dem gewerblichen Ferienhaus-Markt, werden pro Jahr mindestens rund 103 Mio. Übernachtungen in Deutschland generiert. Davon entfallen 69 Prozent auf den privaten, nicht organisierten Sektor, und nur 31 Prozent auf den gewerblichen. Der Bruttoumsatz pro Jahr liegt bei rund acht Milliarden Euro, von denen eine lange Wertschöpfungskette profitiert.

Der Grund, warum das Volumen des deutschen Ferienhaus-Tourismus bisher nicht bekannt war, ist einfach. In der Statistik werden nur die Unterkünfte erfasst, die mehr als zehn Betten haben. „Damit fallen zwei Drittel des Marktvolumens sowie der Großteil der erzielten Umsätze, Einkommens- und Steuereffekte der Branche unter den Tisch“, kritisiert Wann. Der private Sektor sei bisher nicht quantifiziert gewesen, obwohl er mit 71 Mill. Übernachtungen mehr als die doppelte Summe ausmache als der gewerbliche. Und auch in der Studie konnten nicht alle Unterkunftsformen berücksichtigt werde, da viele nicht zu erfassen sind.

Um die relevanten und bisher fehlenden Daten für die Studie zu erheben, hat das Team von Studienleiter Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer von Dwif-Consulting 1059 Gemeinden untersucht. Anschließend folgte die Hochrechnung auf alle 8452 Gemeinden Deutschlands. „Über dem privaten Ferienhaus-Markt lag lange ein Nebel“, so Feige. „Es war dringend Zeit, diesen wegzupusten.

Wertschätzung soll steigen Auf großes Interesse sind die Studienergebnisse auch bei Heike Brehmer, Vorsitzende des Bundesausschusses für Tourismus, und Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführern des Deutschen Tourismusverbands (DTV) gestoßen. „Wir werden uns mit der Studie im Ausschuss auf jeden Fall detailliert auseinandersetzen“, sagt Brehmer. „Mich hat sehr überrascht, dass der Anteil der privaten Unterkünfte so hoch ist.“ Bisher sei sie von einem 50-50-Verhältnis ausgegangen. Für Gilles zeigt die Studie, dass der Deutschlandtourismus noch viel stärker ist als angenommen.

Tobias Wann möchte mit den Ergebnissen auch die Wertschätzung des Ferienhaus-Tourismus weiter steigern. Der Touristiker plant, diese allen Mitgliedern des Ausschusses für Tourismus, den einzelnen Fraktionen sowie auf Länderebene vorzustellen. Er ist überzeugt: „Der Markt wird selbstbewusster und die Studie wichtig für alle Marktteilnehmer.“

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