DB

Anschlusszug soll seltener wegfahren

Kommt ein Zug ein paar Minuten zu spät ans Ziel, wird das oft toleriert. Ärgerlich wird es, wenn man dadurch den Anschlusszug verpasst. Die Bahn versucht, dies nun häufiger zu vermeiden.

09.02.2016, 10:31 Uhr
Wenn der nächste Zug auf dem Gleis gegenüber steht, geht der Umstieg schnell.
Foto: Deutsche Bahn AG

Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen seltener ihren Anschluss verpassen. Im Fernverkehr will das Unternehmen deshalb an Umsteigebahnhöfen länger auf verspätete Züge warten, sofern das nicht wiederum zu größeren Verspätungen bei anderen Verbindungen führt.

Bis Mitte dieses Jahres soll diese Praxis bei den ersten Anschlüssen eingeführt werden, sagte DB-Verkehrsvorstand Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur. Wenn ein Anschlusszug länger warte, bis ein verspäteter ICE eintreffe, habe zwar auch dieser eine größere Verspätung – aber die Reisekette bleibe insgesamt geschlossen.

Um die Verspätungen insgesamt zu verringern, wolle die Bahn zudem ihre Fahrpläne „robuster konstruieren“ und zeitliche Puffer effektiver einsetzen, sagte Huber. Schon heute baue man in jeden Abschnitt solche Zeitreserven ein, um bei kleineren Störungen Verspätungen zu vermeiden. „Die Puffer sind aber derzeit nicht ideal verteilt“, erklärte der Bahn-Manager. So könnten etwa weniger Reserveminuten auf der Strecke, dafür aber ein größerer Zeitpuffer für die Ein- und Ausfahrt in einen Bahnhof bewirken, dass unterm Strich mehr Züge pünktlich seien.

An den zehn wichtigsten Knotenbahnhöfen sollen demnächst Sonderteams aus Betrieb und Netz die pünktliche Abfahrt sicherstellen. Das hatte die Bahn bereits im Dezember angekündigt. Eine höhere Pünktlichkeit soll nach Hubers Worten auch durch weniger technische Defekte an Fahrzeugen und bei Anlagen auf der Strecke erreicht werden. So sollen bis zum Jahr 2020 rund 30.000 Weichen Sensoren erhalten, die Störungen anzeigen, bevor die Weiche ausfällt.

Im vergangenen Jahr waren 25,6 Prozent aller Fernzüge unpünktlich – sie kamen nach Zählweise der Bahn mindestens sechs Minuten zu spät an den jeweiligen Bahnhöfen an. Diese Quote will das Unternehmen 2016 auf 20 Prozent senken. Dann würden nur noch etwa 10 Prozent der Anschlusszüge verpasst, hieß es bei der Bahn. (dpa)

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