Blog zum fvw DRV Destination Forum China

Mitten im Land der Mitte

Wenn deutsche Reiseprofis nach China reisen, können sie etwas erleben. Das diesjährige fvw DRV Destination Forum in Lanzhou brachte deutsche und chinesische Touristiker zusammen. Es könnte die Basis für neue Geschäfte werden, schreibt Ira Lanz.

von Ira Lanz, 29.06.2016, 17:40 Uhr
fvw-Redakteurin Ira Lanz
Foto: fvw

Liebe geht durch den Magen, heißt ein deutsches Sprichwort. Auch bei den Chinesen hat Essen eine sehr große Bedeutung. Die knapp 70 Teilnehmer des fvw DRV Destination Forums China, das just zu einer regionalen Messe zum Tourismus entlang der Seidenstraße stattfand, haben auf ihrer Reise durch das Land die vielfältige Küche Chinas kennengelernt.

Aber nicht nur das. Die deutsche Delegation zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Mehr als 150 deutsche und chinesische Touristiker lauschten im vollbesetzten Saal im Kongresszentrum der Provinzhauptstadt Lanzhou Vorträgen und Diskussionen. Die Veranstaltung war bis auf’s I-Tüpfelchen durchorganisiert, inklusive eines detaillierten Sitzplans samt Namensschilder für sämtliche Teilnehmer. Keine Frage, die chinesischen Touristiker wollen den Tourismus ausbauen.

Das Medieninteresse an den deutschen Touristikern war jedenfalls groß. So manch einer gab Interviews fürs Fernsehen. Sogar ein Preisträger war dabei. Geoplan Touristik wurde auf der Feier zur Eröffnung der Seidenstraße als einer von zehn besten ausländischen Veranstaltern ausgezeichnet.

Trotzdem scheint es derzeit mit den Urlaubern aus deutschen Landen zu hapern. Wie deutsche Veranstalter berichten, boomt zwar die Fernreise, aber das gilt derzeit nicht für Reisen nach China. Von etwa 650.000 Ankünften ist die Rede. Davon gehen die meisten auf das Konto von Geschäftsreisen. Auf dem Kongress diskutierte fvw Chefredakteur Klaus Hildebrandt mit deutschen und chinesischen Veranstaltern mögliche Gründe für die zurückhaltende Nachfrage. China scheint hierzulande wohl ein Image-Problem zu haben – Umweltprobleme, Menschenrechte oder auch schlechte Arbeitsbedingungen werden unter anderem angeführt. Als Hemmnis führte DRV-Geschäftsführer Dirk Inger aber auch eine recht komplizierte Visa-Regelung an.

Natürlich muss sich jeder Kunde fragen, ob er sich dadurch von einer Reise ins Land der Mitte abschrecken lässt. Fest steht allerdings: Touristisch ist das Land ein Juwel mit einer beeindruckenden Infrastruktur. Inzwischen verbinden 4,5 Mio. Kilometer Straßennetz 90 Prozent der Städte. Hochgeschwindigkeitszüge haben einstige Tagesreisen auf wenige Stunden reduziert. Auf dem Kongress betonten chinesische Tourismusoffizielle jedenfalls, wie wichtig der Regierung der Tourismus sei.

Die chinesischen Touristiker in Gansu – die Provinz ist der Gastgeber des nach Dubai und Indien dritten fvw DRV Destination Forums – haben denn auch alle Register gezogen, der deutschen Delegation – die übrigens einen echten VIP-Status genossen hat – die Schönheiten des Landes nahezubringen. Die Teilnehmer – viele waren zum ersten Mal in der Volksrepublik – erkundeten nach dem Kongress fünf Tage auf zwei Routen die Provinz im Herzen Chinas. Die eine Gruppe entdeckte atemberaubende Sehenswürdigkeiten entlang der Seidenstraße und stieß bis an den Rand der Wüste Gobi vor. Die andere Tour führte die Reiseprofis entlang des Gelben Flusses bis zum Kloster Labrang, dem größten lamaistischen Kloster außerhalb Tibets.

Die Entdeckungstouren endeten in Chinas Hauptstadt Peking. Da durfte natürlich die legendäre Peking-Ente zum krönenden Abschluss nicht fehlen. Also Ente gut alles gut.

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