Auf dem Weg zur Technik-Company

Aerticket erfindet sich neu

Seit dem Aus der Standardprovision von Airlines steht das Geschäftsmodell des Flugticket-Großhändlers unter ständigem Anpassungsdruck. Das Berliner Unternehmen entwickelt sich deswegen zum Reservierungssystem weiter.

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von Georg Jegminat, 11.09.2017, 08:35 Uhr
Das Führungsteam für die neue Aerticket-Strategie: Thomas Wiedau, Silvio Kästner, Ute Matzeit, Jörn Block, Andreas Ochse, Holger Taubmann, Rainer Klee, Lars Holling (rechts).
Foto: Martin Kath

„Heute sind die Innovatoren in unserer Branche vor allem Technik-Start-ups, nicht Reiseunternehmen“, konstatiert Aerticket-Chef Rainer Klee. Daraus zieht er nun die Konsequenzen. Er baut das Geschäftsmodell um und holt namhafte Manager ins Leitungsteam: „Ab 2018 verstehen wir uns überwiegend als Technik-Company.“

Neue Strategie, neues Leitungsteam und als Hauptprodukt ein Reservierungssystem mit Nutzeroberfläche für Reisebüros: Klee sieht seine Chance in der Zusammenführung von immer stärker zersplittertem Reise-Content. Er will für Reisebüros beim Content Chancengleichheit mit den Internet-Portalen schaffen und den Spielraum, eigene Margen auf Pakete zu erheben. Die Kundengeld-Absicherung soll der Aerticket-Veranstalter Team Fernreisen (TFR) übernehmen.

2015 und 2016 Jahren hat Aerticket drei Millionen Euro in die Entwicklung von Cockpit investiert, ein Buchungssystem für Flüge plus Airline-Extras, Hotels, Transfers und andere Leistungen wie Ausflüge und Events. „Beim Cross Selling sind die Reisebüros im Vergleich zu den Online Travel Agents schwach, beim Verkauf von Ancillaries sehr schwach“, konstatiert Klee. Bisher versorgt Aerticket 3000 Reisebüros mit Content. Klees Ziel sind 6000 Reisebüros. Er begibt sich also in den Wettbewerb mit anderen Buchungssystemen. Da günstige Flüge für viele Reisende den Einstieg in die Planung bilden, will Aerticket seine Kernkompetenz in diesem Bereich ausspielen. „Wir haben untersucht, woher der beste Flug-Content kommt, und festgestellt, dass der Anteil der GDS schrumpft.“ Der Flugvertrieb weltweit zersplittert. Einerseits bringen Airlines vermehrt Zusatzleistungen in den Markt. Andererseits gibt es neue Kanäle wie verschiedene Direct-Connect-Varianten auf der Basis des NDC-Datenformats. Die Vertriebskanäle werden zudem in verschiedenen Ländern unterschiedlich versorgt, beispielsweise mit Aktionspreisen. Klee will diesen Inhalt neu bündeln.

 
 
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